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“Die Regierung von Bolsonaro hat das Blut von Eingeborenen an den Händen. Die Zunahme der Gewalt in Eingeborenen-Gebieten ist eine direkte Folge seiner hasserfüllten Reden.”

Ein junger Stammesführer wurde am Freitag im Amazonas-Regenwald in einem Hinterhalt von illegalen Holzfällern ermordet, die zudem auch ein anderes Mitglied der Guajajara in Nordbrasilien verwundeten.

Der 26-jährige Paulo Paulino Guajajara wurde bei dem Anschlag im Araribóia Eingeborenenschutzgebiet in den Kopf geschossen. Das Gebiet wird zunehmend von illegalen Holzfällern und Bergleuten bedroht, die versuchen, das Land der Ureinwohner zu stehlen und auszubeuten. Paulo war ein prominenter Verteidiger des Landes und Mitglied der ‘Guardians of the Forest’ [“Wächter des Waldes”] Landesverteidigungsgruppe der Einheimischen.

Sein Mitstreiter Laércio Guajajara wurde während des Hinterhalts von zwei Schüssen getroffen, die seinen Rücken und Arm streiften, doch er konnte fliehen, so berichtet Mongabay.

Die brasilianische Organisation APIB, eine Gruppe, die rund 900.000 Eingeborene im ganzen Land vertritt, macht die Regierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro für den Anschlag verantwortlich. In einer von der Nachrichtenagentur Reuters zitierten Erklärung erklärte APIB:

“Die Regierung von Bolsonaro hat das Blut von Eingeborenen an den Händen. Die Zunahme der Gewalt in Eingeborenen-Gebieten ist eine direkte Folge seiner hasserfüllten Reden und von Schritten gegen unser Volk.”

Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes untersuchen den Fall, bei dem angeblich auch ein Holzfäller getötet wurde, doch die Leiche von Paulo fehlt immer noch.

Der Fall wird auch von einem speziellen technischen Berater und einem pensionierten Bundespolizeibeamten untersucht, wie die für die Eingeborenen zuständige Bundesbehörde FUNAI mitteilt. In einem Tweet versprach Justizminister Sergio Moro, “die Verantwortlichen für dieses schwere Verbrechen vor Gericht zu stellen”.

[übersetzt:] Paulo Paulino Guajajara war Mitglied der Guardians of the Forest – eine Gruppe, die sein Guajajara-Stamm zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes gegründet hatte. Am Samstag wurde er von illegalen Holzfällern erschossen  https://reut.rs/32ek062

Die APIB-Führerin Sonia Guajajara prangerte den Abbau von Umwelt- und Eingeborenen-Behörden durch die Regierung Bolsonaro an, wodurch Brasiliens indigene Nationen – von denen viele seit der Gründung des Landes keine Eigentumsrechte mehr für ihr angestammtes Land haben – im Angesicht illegaler Landrauber wehrlos bleiben. In einem Twitter-Beitrag sagte Sonia:

Es ist an der Zeit, diesem institutionalisierten Völkermord ein Ende zu setzen.”

Bolsonaro und seine Beamten machen regelmäßig Umweltgesetze, Aktivistengruppen, Nichtregierungsorganisationen und indigene Völker dafür verantwortlich, dass sie angeblich das wirtschaftliche Potenzial Brasiliens beeinträchtigen. Nach seiner Amtseinführung im vergangenen Jahr gelobte der rechtsextreme Präsident, den Schutz aufzuheben, der sicherstellt, dass 15 Prozent des brasilianischen Territoriums indigenen Stämmen vorbehalten sind.

Seinerzeit twitterte Bolsonaro:

“Lasst uns diese Bürger integrieren und einen Nutzen für alle Brasilianer schaffen.”

Während Bolsonaro seine brandgefährlichsten Drohungen gegen indigene Völker noch nicht umgesetzt hat, hat seine fanatisch rassistische Sprache doch bereits illegale Eingriffe in Landesgebieten der Eingeborenen gefördert.

Die Guajajara-Indianergruppe, eine der größten des Landes mit etwa 20.000 Einwohnern, hatte die Guardians im Jahr 2012 gegründet, um ihr riesiges Reservat zu patrouillieren und illegale Holzfäller aus dem Reservat zu vertreiben. Die winzige indigene Gruppe der Awá Guajá lebt ebenfalls tief im Wald und hat keinen Kontakt zur Außenwelt.

Im Gespräch mit Democracy Now erklärte der Programmdirektor von Amazon Watch, Christian Poirier:

“[Die Guajajara] tun dies im Namen der gesamten Menschheit, weil sie die lebenswichtigen Amazonaswälder schützen, die unser Klima unterhalten, unser Klima, unsere Macht oder, wie ich sagen möchte, für Niederschläge in ganz Brasilien, aber auch hier in diesem Land, sorgen. Im US-Bundesstaat Kalifornien lässt der Niederschlag nach, da der Amazonas heute dezimiert wird.

Und die Guardians of the Forest leisten diese Arbeit daher im Namen aller von uns, ohne jedoch die Unterstützung zu bekommen, die sie verdienen.

Ihre Rechte sind in der brasilianischen Verfassung verankert – ihr Recht auf Territorium und ihre angestammte Lebensweise … Dennoch werden sie systematisch dieser Rechte beraubt.

Und was wir heute – oder vor zwei Tagen durch den Mord an Paulino – gesehen haben, war ein Beispiel dafür, eine Manifestation der Gewalt, die in diesen Gemeinden zunimmt.”

Weiterlesen : https://unserplanet.net/stammesfuhrer-der-den-amazonas-regenwald-bewachte-von-illegalen-holzfallern-ermordet/


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