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Japan ist im Olympia-Fieber und auch in Fukushima sollen einige Spiele stattfinden. Ist Ihnen etwas aufgefallen? Fukushima gibt es immer noch! Aber haben Sie gewusst, dass hochradioaktives Wasser in den Ozean entsorgt werden soll?

Zur Erinnerung: In zwei Proben, die im Februar 2015 im Pazifik vor der kanadischen Provinz British Columbia genommen wurden, wurde erstmals Cäsium 134 entdeckt. Das Isotop ist charakteristisch für den Atomunfall, der sich in Folge eines Tsunamis am 11. März 2011 im Atomkraftwerk Fukushima ereignet hatte.

Und 2019?

Nichts, weil Europa mit Japan ein Freihandelsabkommen geschlossen hat, das im Februar 2019 in Kraft trat! Nun dürfen Sie auch Meeresfrüchte aus Fukushima essen oder Reis, welcher dort angebaut wird. Tepco sagt, dass in Fukushima noch zu viel radioaktives Wasser lagert.

Und weil man nicht weiß, wohin damit, kippt man es einfach in den Ozean: Tepco sagt, dass es die Kapazität hat, bis 2020 drei bis sieben Millionen Tonnen Wasser zu speichern, und es kann nicht für immer im Werk bleiben. Südkorea hat seine Besorgnis über die Entscheidung Japans geäußert. Und was sagt Europa?

Nichts – Guten Appetit! Als wäre es noch nicht schlimm genug, erfährt man aus Fukushima Nachrichten, die man uns lieber verschweigen will! Japan ist auf dem besten Weg, die Erde mit der von Menschen gemachten Strahlung zu töten!

Radioaktives Wasser im Ozean entsorgt und „Strahlende“ Lebensmittel aus Fukushima für Europa

Glaubt wirklich jemand, dass man dieses unbedenklich essen kann? Täglich fließen dort doch noch immer täglich Tausende Liter radioaktiv verseuchtes Grundwasser ins Meer.

Nur acht Jahre nach einer katastrophalen dreifachen nuklearen Kernschmelze wird in der japanischen Präfektur Fukushima erneut grüner Seetang als Lebensmittel geerntet und verschifft und auch weitere Nahrungsmittel, die in Fukushima angebaut werden, kommen in die Regale.

Wollen Sie wirklich „strahlende“ Lebensmittel auf dem Teller haben? Das Handelsabkommen gilt als das größte, das jemals von der EU ausgehandelt wurde. Es ist eine offene Handelszone entstanden, die über 600 Millionen Menschen umfasst.

Der Handel zwischen der EU und Japan beläuft sich auf rund 160 Milliarden Euro pro Jahr. Die Agrarlobby darf sich freuen, denn der japanische Markt mit 127 Millionen Verbrauchern wird für Agrarexporte der EU geöffnet. Bedeutet auch: mehr Massentierhaltungsanlagen und deren Folgen in Europa, damit das Fleisch nach Japan exportiert werden kann.

Auch für Milchprodukte sind Zollerleichterungen vorgesehen. Nach China ist Japan in Asien der zweitgrößte Handelspartner der EU.

Wussten Sie, dass die EU bereits reagierte und im Rahmen des Freihandelsabkommen die Importbeschränkungen aus Fukushima lockerte? Seit Beginn der Fukushima-Katastrophe strömt hochradioaktives Wasser in den Pazifik und weiteres kommt hinzu, denn wie wir schon mehrfach berichteten, stellen weiterhin die gewaltigen Wassermassen und deren Entsorgung ein großes Problem dar. Das Gelände ist mit Tanks übersät, in denen Millionen Liter verstrahlten Grund- und Kühlwassers lagern. Nach mehr als sechs Jahren nach der Katastrophe haben 25 Länder das Verbot vollständig aufgehoben und auch die Europäische Union nach längeren Diskussionen die Vorschriften weiter gelockert und ihre Sicherheitsanforderungen für Reis aus Fukushima abgeschafft, obwohl im September 2017 das EU-Parlament sich gegen eine Lockerung für Lebensmittelimporte aus Fukushima ausgesprochen hatte.

Wir hatten Ihnen kürzlich mitgeteilt, dass Südkorea Beschwerde gegen Japan einlegen möchte, da Japan noch mehr radioaktives Wasser in den Ozean entsorgen will!

So sieht es zurzeit in Fukushima aus: Seit Jahren versucht der Betreiber des zerstörten Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi, das radioaktive Wasser zu reinigen. Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) gab schon mehrfach bekannt, dass das behandelte Wasser in der Anlage nach wie vor zu stark verseucht ist.

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Es benötige unbedingt eine erneute Behandlung, bevor es unbedenklich ins Meer geleitet werden kann. Eigentlich sollte die Behandlung alle radioaktiven Stoffe außer Tritium aus dem Wasser entfernen. Da Tritium in der Natur teilweise natürlich vorkommt, gilt das sogenannte Tritiumwasser als sicher. Das aktuelle Wasser weist allerdings immer noch Spuren von radioaktivem Jod, Cäsium und Strontium auf. Alle Stoffe gelten als gefährlich und sie gefährden die Umwelt.

Fukushima 8 Jahre danach: Schwarze Säcke und einsame Kinder

Doch es ist nicht nur das radioaktive Wasser, welches entsorgt werden muss. Hinzu kommen noch die Säcke mit verseuchter Erde, wie Sie dem folgenden Beitrag entnehmen können, den wir für Sie übersetzt haben.

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Küstenstädte nahe dem zerstörten AKW enthalten mehr kontaminierte Erde als Kinder. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das ändern könnte, da mehr Zonen für eine Rückkehr geöffnet werden und Dekontaminierungsmöglichkeiten aufgetan wurden.

„Ich erinnere mich, wie der Nachrichtensprecher Andō Yūko, der 2014 mit mir Fukushima besuchte, jedes Mal wütend wurde, wenn er eine Reihe der 1 Meter hohen schwarzen Säcke sah, die kontaminierten Oberboden enthielten“, schreibt Shimizu Toshihiro

„Es ist mir egal, wie oft sie sagen, dass es sicher ist zurückzukehren. Der Anblick dieser riesigen Säcke in der Gegend macht dich fertig.“

Die Säcke enthalten Erde und anderes kontaminiertes Material, das während eines Dekontaminationsprozesses entfernt wurde, bei dem der Oberboden abgeschoren wurde. Da es nirgendwohin geht, sind die Säcke mit einer Tonne Erde entweder auf der Baustelle belassen worden oder in provisorischen Lagern übereinander gestapelt und mit grünen Planen bedeckt.

Nicht alle Präfekturen in Fukushima haben eine hohe Strahlung. Tatsächlich sind die Strahlungsniveaus in der Mehrheit der Präfektur mit denen des übrigen Japans vergleichbar. Trotzdem wurde ein ausgedehntes Gebiet von Fukushima, insbesondere Gemeinden im Nordosten in der Nähe von Fukushima Daiichi, nach dem Unfall dekontaminiert, um die Besorgnisse der Öffentlichkeit zu zerstreuen. Das Verfahren hat zu einem endlosen Strom von schwarzen Säcken geführt, von denen viele einfach an den dekontaminierten Standorten belassen wurden.

Viele Menschen in Fukushima, die ich in der Vergangenheit interviewte, sagten mir, dass sie die ominösen Säcke nicht mochten. Und da noch keine Entscheidung darüber getroffen wurde, wie der kontaminierte Boden letztendlich beseitigt werden sollte, diente das Entfernen und Einsacken des Bodens nur dazu, ihre Anzahl weiter zu erhöhen.

Acht Jahre nach dem Unfall hat man jedoch das Gefühl, dass weniger Säcke herumliegen. Dies ist zum Teil auf den Bau eines mittelfristigen Lagers zurückzuführen, zu dem nun die Säcke transportiert werden.

Ein Besuch auf der „dunklen Seite“

Die neue Anlage wird gebaut, um kontaminierten Boden sicher zu verwalten und zu lagern, während er auf die Endlagerung wartet. Die Anlage liegt zwischen den Städten von Ōkuma, der Heimat des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, und Futaba, in einem Gebiet der Sperrzone, das auf Grund seiner besonders hohen Strahlung als unbewohnbar bezeichnet wird.

„Ich habe einen Teil der im Bau befindlichen Anlage in Ōkuma besucht. Wir fuhren an Häusern vorbei, in denen die Wäsche seit 2011 nicht mehr mitgenommen wurde, und mit rostigen Autos gefüllten Parkplätzen, bevor wir zu einer riesigen Grube kamen, die von Mauern umgeben war, die an Staumauern erinnern“, schreibt Shimizu Toshihiro

Was früher ein Bereich von Häusern und Feldern war, ist jetzt ein riesiger betonierter Sicherheitsbereich für kontaminierten Boden. Zum Zeitpunkt meines Besuchs im Januar 2019 waren bereits insgesamt 60.000 Kubikmeter Boden zur Anlage befördert worden.

Dieses Aufkommen soll im Geschäftsjahr 2019 (Ende März 2020) 4 Millionen Kubikmeter erreichen und im Haushaltsjahr 2020 bis zu 12,5 Millionen Kubikmeter steigen – genug, um den Tokyo Dome zehnmal zu füllen.

Auf den ersten Blick scheint die Arbeit reibungslos zu laufen, doch es gibt viele Probleme. Wie aus dem Namen der Anlage „mittelfristig“ hervorgeht, wurde noch nicht entschieden, wo der gesammelte Boden letztendlich landen wird. Auch wurde keine Entscheidung darüber getroffen, wie das Gebiet seinen ursprünglichen Eigentümern zurückgegeben wird, wenn diese endgültige Lösung vereinbart wird. Die Auswirkungen spüren auch Einheimische, die von Lärm und Staus sprechen, die durch den ständigen Strom der Muldenkipper verursacht werden.

Mein Chef vom Umweltministerium sagte entschuldigend: „Es gibt eine helle und eine dunkle Seite in Fukushima. Heute zeige ich Ihnen die dunkle Seite. “

Nachdem wir unsere Lagertour beendet hatten, wurden die Schuhsohlen sorgfältig überprüft, um sicherzustellen, dass sie nicht kontaminiert waren. Es war herzzerreißend daran zu denken, wie lange es dauern würde, bis Fukushima wieder eine „helle Seite“ zeigen würde.

Hoffnungen auf eine High School

In Ōkuma wurde eine Zone, die 96% der Bevölkerung der Vorstadt der Stadt ausmacht, als unbewohnbar bezeichnet. Aber auch hier, einer der am härtesten betroffenen Teile von Fukushima, gibt es in Gebieten mit geringer Strahlung einige schwache Hoffnungsschimmer. In einem Stadtteil namens Ōgawara, der als Mittelpunkt der Wiederaufbauanstrengungen gewählt wurde, hat man mit dem Bau neuer Häuser begonnen. 40 Wohnungen mit 3 Schlafzimmern und 10 Wohnungen mit 2 Schlafzimmern befinden sich im Bau. Das angenehme Aroma von frisch gesägtem Holz liegt in der Luft.

Da das Gebiet Wohnsitzbeschränkungen unterliegt, können die Menschen derzeit nicht über Nacht bleiben. Es wird jedoch erwartet, dass diese Beschränkungen bereits im April aufgehoben werden, und die Häuser werden in Erwartung dieser Tatsache gebaut. Die Entwickler haben bereits mit der Werbung bei Käufern begonnen, wobei über 60 Anträge für die 50 verfügbaren Immobilien eingereicht wurden.

Ein Mitarbeiter des Stadtbüros sagte, dass eine der Familien, die nach ihrer Auswahl durch Los in der Wohnraumlotterie in die Gegend zurückkehrten, ein Kind im Grundschulalter hatte. Es gibt offensichtlich keine Schulen in der Nähe, also beabsichtigen die Eltern, ihr Kind zu einer Schule in der Nachbarstadt Tomioka zu fahren. Dieses Pendeln ist eine zusätzliche Aufgabe, um jeden Schultag in Angriff zu nehmen, aber das Kind freut sich darauf, in Ökuma zu leben und davon zu träumen, eines Tages die lokale Futaba Future High School zu besuchen.

Weitere Wohngebäude sind geplant. In naher Zukunft sollen neben diesen Unterkünften auch Supermärkte und andere kommerzielle Einrichtungen eröffnet werden. Die Stadt will ihre Kapazität zunächst auf 100 Einwohner und dann fünf Jahre nach Aufhebung der Evakuierungsordnung auf 2.600 Einwohner erhöhen.

In der Stadt wurde auch eine Cafeteria eröffnet, die derzeit hauptsächlich von den Bauarbeitern und dem städtischen Büro unterstützt wird. Eine Einrichtung, die warme Speisen serviert, vermittelt ein Gefühl der Gemeinschaft.

Ein neues Stadtbüro, das derzeit am Wiederaufbau-Knotenpunkt gebaut wird, soll im Mai eröffnet werden.

Während sie selbst evakuiert waren, kümmerten sich die Mitarbeiter des Stadtbüros vom Tag der Katastrophe an um die Bedürfnisse der Bürger. Nun, da sie endlich in der Lage sind, direkt nach Ōkuma in ihr Büro zurückzukehren, sagen die Angestellten, die acht turbulenten Jahre fühlen sich für sie kürzer an.

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft mich jemand am Kragen gepackt hat und verlangte, dass ihm gesagt wird, ob er wirklich zurückkehren darf. Wenn Sie den Schmerz der Menschen verstehen, ermutigt es Sie, etwas dagegen zu unternehmen. “

So bewegt sich Fukushima Schritt für Schritt vorwärts, eine Mischung aus hell und dunkel.

von Lisa Natterer

Video:

Medizinskandal Alterung
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Quelle : http://dirtyworld1.wordpress.com


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