“Alexa“ im Zeugenstand


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Ein Doppelmord im US-Bundesstaat New Hampshire liefert Aufgewachten derzeit einige wichtige Denkanstöße. Am 29. Januar 2017 wurden zwei Frauen im Garten hinter dem Haus einer der beiden Frauen tot aufgefunden. Sie wiesen 43 und 8 Messerstiche auf, die Tatwaffe wurde im Garten gefunden. Der mutmaßliche Täter plädierte im Februar 2017 für “nicht schuldig“.

Wie abc News berichtet, fordert nun der Richter im Rahmen des laufenden Prozesses von Amazon die Herausgabe von “allen Aufzeichnungen“, welche das im Haus befindliche Amazon-Echo gemacht habe:

“Das Gericht weist Amazon.com an, dem Gericht umgehend alle Aufzeichnungen vorzulegen, welche vom 27. Januar 2017 bis zum 29. Januar 2017 von einem Echo-Smart Speaker mit Alexa-Sprachsteuerungsfähigkeit, FCC ID-Nummer ZWJ-0823, gemacht wurden sowie alle Informationen, anhand welcher Mobilgeräte identifiziert werden können, welche während der Zeitperiode mit dem Smart Speaker verbunden waren.“

Das Amazon Echo sei im Rahmen der Ermittlungen von der Polizei beschlagnahmt worden, doch sei “unklar, ob es irgendwelche Tonbeweise auf dem Gerät gibt“. Dennoch habe das Gericht “begründeten Verdacht“ angemeldet, dass das brutale Verbrechen aufgezeichnet worden sei.

Amazon werde, so ein Pressesprecher des Unternehmens, “die Aufzeichnungen“ nicht ohne gültigen und bindenden Gerichtsbeschluss übergeben, heißt es abschließend.

Ja und?

Nun, die Meldung besagt, dass zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen wird, dass “Alexa“ Hinweise zum Tathergang und auf den Täter liefern kann. Dafür wird auf Tonaufzeichnungen zurückgegriffen, welche fast zwei Jahre alt sind. Die Formulierung in Bezug auf die Aussagen von Seiten Amazon lässt zudem den Schluss zu, dass dem Unternehmen tatsächlich (zumindest irgendwelche) Aufzeichnungen aus dieser Zeit vorliegen. Januar 2017 …

Es ist bekannt, dass Alexa nur einmal aktiviert werden muss und ab diesem Zeitpunkt im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung auf das Schlüsselwort “Alexa“ wartet, um seine vorprogrammierte Aufgabe zu erfüllen. Dafür ist es allerdings auch zwingend notwendig, dass das Gerät jedes Geräusch in seiner Umgebung abhört.

Amazon Echo ist, wie alle anderen “schlauen Lautsprecher“ mit eingebauten Sprachsteuerungen, mit dem Internet verbunden. Dies ist eine Grundvoraussetzung für den Betrieb, da das gesamte Weltnetz als annähernd unbegrenzte “Datenbank“ benutzt wird. Gesprochene Worte werden hierfür in Text umgerechnet, gemäß programmierter Algorithmen verarbeitet und bei Bedarf werden benötigte Informationen abgefragt und über textbasierende Sprachausgabe als Antwort angeboten.

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Nun existieren also offenbar Aufzeichnungen im Zusammenhang mit dem oben geschilderten Gerichtsprozess aus dem Jahre 2017. Daraus muss gefolgert werden, dass Amazon eine eigene Datenbank besitzt, in welcher gerätespezifische Aufzeichnungen für mindestens zwei Jahre abgespeichert werden. Aha …

Gläsern?

Derzeit werden über 9 Millionen “schlaue Lautsprecher“ im Quartal weltweit unter die Leute und in deren privaten Lebensraum, deren Zuhause gebracht. Die Tendenz der vergangenen paar Jahre darf als rasant steigend bezeichnet werden und Speicherplatz ist bekanntlich sehr, sehr preiswert.

Was allein dies für die vermeintlich noch bestehende “Privatsphäre“ bedeutet, mag sich jeder selbst bemühen zu erfassen. Doch die bereits über Star Trek bestens vorbereiteten “Schlaulautsprecher“ sind nur eine Säule der umfassendsten Wanzennetzwerke, welche es jemals in der bekannten Geschichte gegeben hat.

Schlautelefone sind heute bereits bei Grundschulkindern ein gesellschaftlich drückendes Muss, spätestens jedoch ab der 5. Klasse, wo dann “ganz wichtige Informationen“ über die Was-geht-ab-Gruppe verteilt werden, welche ansonsten bedauerlicherweise an Eltern und/oder Kindern vorbeirauschen.

Schüler machen sich heute gar einen Spaß daraus, ihre Mitschüler über an deren “Siri“ gerichtete Sprachkommandos zu necken und so werden schon einmal peinliche Telefonanrufe ausgelöst, ohne das Gerät auch nur von seinem Besitzer angefasst wird. Bei der Gelegenheit wird über den Gruppendruck Geburtenkontrolle in Reinform praktiziert, weil es ja ach so lässig ist, diese Geräte in der Hosentasche zu tragen.

Das zusätzliche Hochfrequenz-Dauerfeuer irgendwelcher Rechner- oder Konsolespiele, und was dies mit jungen Gehirnen während der pubertären Verlegung neuer Leiterbahnen anrichtet, ist ein eigenes Thema. Doch wird von den Meisten einfach ausgeblendet, dass während der über das Internet ausgefochtenen “Bättels“ selbstverständlich über Discord, Teamspeak oder dergleichen ebenfalls Tondateien erstellt und in zur Profilverfeinerung umgewandelte Textdateien umgewandelt werden.

Jeder möge einmal darüber nachdenken, was die geballte Masse an Aufzeichnungen bedeutet, welche jeder Nutzer der heute verfügbaren Technik in irgendwelchen Datenbanken hinterlässt. Gerne heißt es: “Google weiß mehr über Dich, als Du selbst.“, doch das ist eine bewusst in die Welt gesetzte Untertreibung.

Quelle:  http://n8waechter.info/

 
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